Live

03.02.2018

Location: District 6 - Düsseldorf
Bands: Atrium Noctis, Soulslasher, MadneS
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> Tour- und Konzertdaten <

New CD

Datura Noir
Zerberons Erwachen
AD I
Leviathan
AD II
Die Nacht des Falken
ADE

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Medienentwicklung Christoph Abels

Interviews
Amboss-Interview
Written by Administrator   

Amboss-Interview

Kannst uns die Band und ihren bisherigen Werdegang einmal kurz vorstellen?


Atrium Noctis wurde 2002 von mir in Köln gegründet.
Das Ganze war ursprünglich als ein Projekt anlässlich einer Auftragsarbeit für einen Kurzfilm geplant. Die Zusammenarbeit der einzelnen Musiker untereinander erwies sich jedoch schnell als so harmonisch, dass man beschloss, als feste Band zusammen zu bleiben.
Da wir in den ersten zwei Jahren einfach keinen festen Sänger fanden, der musikalisch und menschlich zu uns passte, mussten wir unsere 1. CD ohne Gesang im Studio einspielen. Wir waren uns jedoch sicher, dass sich der Richtige schon irgendwann bei uns einfinden würde. Durch diesen Umstand wollten wir uns aber nicht in unserer Arbeit  aufhalten lassen.


Es war die richtige Entscheidung, wie sich später herausstellte. Auf der CD „Blackwards“ haben wir uns auch noch an unseren Stil herangetastet.
Mittlerweile sind wir jedoch mit „The Eyes of Medusa“ eindeutig im sinfonischen Black Metal angelangt. Unser Anliegen ist es,  Todessehnsüchte und - Ängste in ihren vielfältigen Erscheinungsformen musikalisch und lyrisch darzustellen. Es geht dabei um die Kämpfe mit dem Bösen und die Faszination, die von ihm ausgestrahlt wird. Als unsere Grundphilosophie könnte man es bezeichnen, mystische und kontrastreiche Stimmungen, sowohl musikalisch als auch lyrisch, zu erschaffen. Ich möchte dies als das Bedürfnis bezeichnen, Geschichten des Bösen und vom Tod zu erzählen. Da das Böse vielfältige Gesichter hat, ist es ein unermesslicher Pool an Ideen und Inspirationen. Besonders die Kämpfe und Visionen während des Überganges vom Leben zum Tod in eine musikalische und lyrische Gestalt zu fassen, üben für uns einen großen Reiz aus.


Ihr seid ja 'ne Menge Leute, wie teilt ihr das Schreiben der Songs unter
euch auf?

Den Ausgangspunkt für einen Song stellen bei uns immer erst einmal die Musik und ihre Atmosphäre selbst dar. Die musikalischen Ideen entstehen dabei überwiegend erst einmal in meinem stillen Kämmerlein. So entsteht auch der Songtitel und häufig die Idee für eine mögliche Handlung Danach werden die Riffs mit der Band gemeinsam ausgearbeitet und arrangiert. Erst wenn der Song instrumental fertig ist, kommt der Sänger auf den Plan. Chim hat es dabei in den Songs immer hervorragend verstanden, die Musik mit den zugrunde liegenden  Geschichten mit seinen eigenen Ideen und Vorstellungen zu verknüpfen und ihnen eine wunderschöne lyrische Form zu verleihen. Auf diese Weise wurde die neue CD „The Eyes of Medusa“ vollständig abgerundet.

Und wer ist für die Texte verantwortlich und welches Textkonzept steckt
hinter "The Eyes of Medusa"?

 

Inspirationen für die aktuellen Songs von ATRIUM NOCTIS sind immer Bilder, Geschichten, Gefühle und eigene Erlebnisse.
Die eingehende Beschäftigung mit der Mythologie und mit Lyrik, aber auch mit psychologischen Themen ist dabei unerlässlich. Chim hat sich als Student der englischen Literaturwissenschaft schon seit ewigen Zeiten mit diesen Themen beschäftigt, sie erforscht und studiert. Da wir lyrische Themen und Songtexte in der Regel einfach spannender und interessanter, aber auch in diesem Zusammenhang angemessener finden, als stumpfe Textorgien von Gewalt und Blut, ist ein Studium von verschiedenen literarischen Gattungen, neben den oben genannten Themen besonders für Chim immer eine Selbstverständlichkeit gewesen. Außerdem sind die Möglichkeiten hierbei besonders vielfältig, besonders was die Mehrdeutigkeit anbetrifft. Wenn man Musik, Kunst und Lyrik als einen Spiegel der Seele bezeichnen möchte, dann können wir also sagen, dass die Auseinandersetzung mit den Themen, die wir musikalisch und lyrisch beschreiben, nicht nur eingehenden Recherchen und persönlichem Interesse in den verschiedenen Gebieten unterliegen, sondern eigentlich eine lebenslange persönliche Auseinandersetzung beinhalten.“

Chim: „Beschäftigt habe ich mich aber selbstverständlich mit jedem Thema ausführlich; sei es durch Lektüre über Mythologie, durch Lesen von Songtexten oder durch schlichtes Auseinandersetzen mit den Ideen, die ich im Kopf hatte.“

Die neuen Liedtexte auf „The Eyes Of Medusa“ haben wenig miteinander gemeinsam, sie unterscheiden sich sogar in der Sprache untereinander. „Der Song `Zerberon` ist ein schweres, nachdenkliches Lied, bei dem es um eine Kombination von mythologischen Motiven mit einer Darstellung der größten menschlichen Angst, der Angst vor dem Tod und der Frage, was danach kommt, geht. `Snow On Thy Epitaph` hingegen ist ein sehr emotionaler Text: Eine geliebte Person ist gestorben, woraufhin der Protagonist mit seinem Leben nicht mehr klarkommt. In diese Trauer wurde dann bewusst ein kleines surreales Horrorszenario eingebaut, da durch die Zusammenführung der Liebenden im ewigen Schattentanz doch noch ein kleines Happy End zu Stande kommt. `Day Of Rebirth` trägt autobiographische Züge. Die Kernaussage lässt sich aber im Groben so zusammenfassen: Egal, wie sehr du niedergetrampelt wirst, irgendwann kommt der Tag, an dem du aufsteigen wirst, wie Phoenix aus der Asche. `Last Gate` ist nicht eindeutig – nimmt man den Text wörtlich, ist es eine (aus verschiedenen Perspektiven erzählte) Kurzgeschichte über eine Gruppe von Reisenden, die von einem höhnischen Wesen mit übernatürlichen Kräften gestoppt wird. Geht man aber einen Schritt weiter, lässt sich hier auch eine Parallele zur Entwicklung der Menschheit sehen. Ein langer Weg, der bis hierhin beschritten wurde. Aber wo führt er hin? Sollte die Entwicklung so weitergehen, wird sich die Menschheit irgendwann selbst auslöschen oder möglicherweise auch durch Naturkatastrophen, Krankheiten etc. ihr Ende finden. `Chains Of Red Ice` ist eine Hommage an das russische Lebensgefühl. Im Text wird der Gegensatz zwischen dem Gefühl der Enge, der Unterdrückung und Einsperrung auf der einen Seite und der Warmherzigkeit, Heimat und Gemütlichkeit auf der anderen Seite dargestellt. Wir haben speziell dafür auch russische Textzeilen eingebaut. `Pandoras Kiss` zeigt, wie schnell Bösartigkeit und Selbstüberschätzung einen Menschen in den Wahnsinn treiben kann. Hier ist noch stärker als in `Zerberon` der mythologische Zusammenhang gegeben; die mythologische Pandora ist hier vermischt mit der Vorstellung der Verkörperung von Grausamkeit und Wahnsinn. `Ancient Whispers` stellt den Schluss des Albums dar und ist ein sehr ruhiger Song mit einem sanften Ausklang. Der Song rundet das Album ab, indem er an `Zerberon` anknüpft, den ewigen Kreislauf des Lebens darstellt (wenn auch wesentlich positiver), sowie die kurze Lebensspanne der Menschen im Vergleich zur Natur betont.“

Auf eurer Webseite steht, dass eure Musik für mehrere Kurzfilme auf verschiedenen Filmfestspielen angefragt und benutzt wurde. Für welche Art  von Filmen wurden die Songs gebraucht, Horrorstreifen?

Haha, nein. Auf diesen Filmfestspielen werden kreativ- experimentelle Filme, die häufig eine sozialkritische Note aufweisen, gezeigt. Die Bewerber sind zum großen Teil aus dem internationalen semiprofessionellen Bereich.

Von ATRIUM NOCTIS gibt's auch schon zwei DVDs, was eigentlich sehr ungewöhnlich ist für eine junge Band. Was ist auf den DVDs drauf?

Unsere 1. DVD ist ein Video zu unserem Song „Silencio“. Hier könnte man wohl noch am ehesten von Horrorfilm sprechen. Es ist eine Art Video-Clip im narrativen Stil, also mit Handlung. Die 2. DVD ist ein Live-Mitschnitt unseres Konzerts im Stahlwerk 2005.
Für beide DVDs hatten wir die Angebote von professionellen Film- und Kamera-Teams bekommen. Bei der Live-DVD mussten wir uns nur noch um eine Cutterin kümmern. Wir fanden es einfach interessant, mal mit einem Filmteam zusammenzuarbeiten. Es ist mal was Anderes. Und unglaublich viel Spaß hat es auch gemacht.

Was habt ihr euch für die kommende CD vorgenommen, die ja wohl nächstes Jahr erscheinen soll?

Natürlich noch einen drauf zu setzen! Ob uns das gelingen wird, wird jedoch im Ermessen unserer Hörer liegen.

Wie steht's um eure Liveaktivitäten?

Mittelprächtig. Es könnten mehr Gig-Angebote aus der Black Metallischen Ecke kommen. Ich muss allerdings auch zugeben, dass wir nicht jedes Angebot annehmen. Wir spielen ca. 6-8 Gigs im Jahr, wovon wir ca. drei Konzerte selbst veranstalten. Wir sind der Meinung, dass es eigentlich wenig Zweck hat, sich als sinfonische Black Metaller zwischen Hardcore-Deathern oder Grindcore- Musikern zu prostituieren. Auf diese Weise erhalten wir uns die Freude an unserer eigenen Musik.
Zu unseren selbst veranstalteten Konzerten laden wir ausschließlich melodische Metalbands ein, deren Musik wir selbst auch mögen. Dies ist wieder am 2.12.06 und am 20.1.07 im Q1 in Bergisch Gladbach mit Aardvarks, Sacrasphemy, Dark Wire und Nordafrost der Fall.

Welche Ziele habt ihr mit der Band in der Zukunft?

Das Wichtigste ist für uns erstmal, dass wir so ernsthaft und harmonisch weiterhin zusammenarbeiten wie bisher. Außerdem finden wir hoffentlich mal einen Weg, unsere immensen Unkosten in Verbindung mit der Band zumindest halbwegs zu reduzieren. Und zu guter Letzt wird es auch für uns Zeit, dass wir uns im nächsten Jahr mal bei den einschlägigen Plattenlabels mit unserer Musik vorstellen. Schauen wir mal, was dabei rauskommt.

 

 

Last Updated on Sunday, 22 April 2012 13:21
 
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