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03.02.2018

Location: District 6 - Düsseldorf
Bands: Atrium Noctis, Soulslasher, MadneS
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> Tour- und Konzertdaten <

New CD

Datura Noir
Zerberons Erwachen
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Leviathan
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Die Nacht des Falken
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Medienentwicklung Christoph Abels

Interviews
Legacy Interview
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{jpc}Legacy Interview{/jpc}

[Legacy]
Kommen wir doch gleich zu eurer  aktuellen Veröffentlichung "The Eyes Of Medusa". Was sollten die Leser eurer Meinung nach denn alles zur Entstehungsgeschichte des aktuellen Werkes wissen?

[Hydra] “The Eyes of Medusa“ ist unsere 2.CD. Zum Zeitpunkt der Aufnahme bestand die Band seit drei Jahren. Wo wir uns bei unserer 1.CD „Blackwards“ noch an unseren Stil herangetastet haben, sind wir mit der neuen Scheibe für uns eindeutig im sinfonischen Blackmetal angelangt. Auf der CD „The Eyes of Medusa“ werden Todessehnsüchte und –ängste in ihren vielfältigen Erscheinungsformen musikalisch und lyrisch dargestellt. Es geht um die Kämpfe mit dem Bösen und die Faszination, die es ausstrahlt. Als  Grundphilosophie der Band könnte man es bezeichnen, mystische und kontrastreiche Stimmungen, sowohl musikalisch als auch lyrisch zu schaffen.


[Legacy]Was würdest du als euren größten ideellen "Antriebsmotor" definieren, um diese Art von Musik zu kreieren?

[Hydra] Ich möchte es als das Bedürfnis bezeichnen, Geschichten des Bösen und vom Tod zu erzählen. Da das Böse vielfältige Gesichter hat, ist es  ein unermesslicher Pool an Ideen und Inspirationen . Besonders die Kämpfe und Visionen während des Überganges vom Leben zum Tod in eine musikalische und lyrische Gestalt zu fassen, üben für uns einen großen Reiz aus.

[Legacy] Wo habt ihr die neue Scheibe aufgenommen? Wie lange habt ihr für die Aufnahmen der Lieder gebraucht, und wie hat euch die Arbeit daran im Großen und Ganzen gefallen?

[Hydra] Wir haben die CD bei Oliver Weiskopf im Stonehenge-Studio in Bonn /Bad Godesberg aufgenommen. Das Einspielen der Songs ging eigentlich recht zügig und war nach einigen Tagen erledigt. Das Abmischen hat die meiste Zeit gekostet und dauerte insgesamt drei Monate. Natürlich ist das Einspielen anstrengend. Aber mit Oliver Weiskopf haben wir einen so einfühlsamen und kompetenten Produzenten gefunden, dass es faszinierend und beflügelnd zugleich war, die Songs bei ihm einzuspielen und zu mischen. Durch seine Arbeit ist noch eine weitere wichtige Facette zu den Songs hinzugekommen, die sie noch mehr zum Strahlen gebracht hat. Wir haben ihm wirklich viel zu verdanken.

[Legacy] Welche Art von Einflüssen und Inspirationen (Bands etc.) waren für das neue Werk von Relevanz?

[Hydra] Ich denke, dass sich die Einflüsse von Dimmu Borgir und Cradle of Filth  wohl kaum wegdiskutieren lassen werden. Aber genauso haben Gruppen wie Graveworm, Ad Inferna , Obsidian Gate , Satyricon, Hollenthon, Finntroll, Summoning, Empyrium und natürlich auch Mortiis ihre Spuren in unserem musikalischen Denken hinterlassen. Weiterhin bin ich selbst natürlich auch von Musikern der klassischen Musik wie Brahms, Beethoven und Chopin beeinflusst. Brahms ist für mich einer der ersten Blackmetaller an sich. Seine Werke sind häufig von einer solchen Schwermut, Kraft und Traurigkeit durchtränkt, dass sie mich schon als Kind in ihren Bann gezogen haben. Ich glaube, dass es Brahms zuzutrauen gewesen wäre, in einem Anflug von Heiterkeit vielleicht ein Stück mit dem Titel „Das Grab ist meine Freude“ zu schrieben. Ebenfalls wichtig für meine Entwicklung war damals das Album „Pictures at an Exhibition“ von Emerson, Lake and Palmer. Neben vielen anderen Musikgruppen und Bands wurde das Werk „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky meisterhaft in das Genre der Rockmusik transportiert. Später habe ich erst die Fassung von Mekong Delta gehört, die mich aber auch bis zum heutigen Tage nicht minder begeistert. Abschließend möchte ich aber an dieser Stelle noch die Musik von Hans Zimmer nennen, die eine unglaubliche Faszination auf mich ausübt.
Inspirationen für die Songs  an sich sind aber letztendlich immer Bilder, Geschichten, Gefühle und eigene Erlebnisse gewesen.


[Legacy] Worum genau drehen sich die neuen Liedertexte?

[Hydra] Die neuen Liedtexte haben wenig gemeinsam, sie unterscheiden sich sogar in der Sprache untereinander.

  • Zerberon ist ein schweres, nachdenkliches Lied bei dem es um eine  Kombination von mythologischen Motiven mit einer Darstellung der größten menschlichen Angst, der Angst vor dem Tod und der Frage, was danach kommt, geht.
  • Snow on thy Epitaph ist ein sehr emotionaler Text : Eine geliebte Person ist gestorben woraufhin der Protagonist mit seinem Leben nicht mehr klarkommt. In diese Trauer wurde dann bewusst ein kleines surreales Horrorszenario eingebaut, da durch die Zusammenführung der Liebenden im ewigen Schattentanz doch noch ein kleines Happy End zu Stande kommt.
  • Day of Rebirth trägt autobiographische Züge. Die Kernaussage lässt sich aber im Groben so zusammenfassen: Egal, wieviel du niedergetrampelt wirst, irgendwann kommt der Tag, an dem du aufsteigen wirst, wie Phoenix aus der Asche.
  • Last Gate ist nicht eindeutig. Nimmt man den Text wörtlich, ist es eine (aus verschiedenen Perspektiven erzählte) Kurzgeschichte über eine Gruppe von Reisenden, die von einem höhnischen Wesen mit übernatürlichen Kräften gestoppt wird. Geht man aber einen Schritt weiter, lässt sich hier auch eine Parallele zur Entwicklung der Menschheit sehen. Ein langer Weg, der bis hierhin beschritten wurde. Aber wo führt er hin? Sollte die Entwicklung so weitergehen, wird sich die Menschheit irgendwann selbst auslöschen oder möglicherweise auch durch Naturkatastrophen, Krankheiten etc ihr Ende finden.
  • Chains of Red Ice ist eine Hommage an das russische Lebensgefühl.  Im Text wird der Gegensatz zwischen dem Gefühl der Enge, der Unterdrückung und Einsperrung auf der einen Seite und der Warmherzigkeit, Heimat und Gemütlichkeit auf der anderen Seite dargestellt. Wir haben speziell dafür auch russische  Textzeile eingebaut.
  • Pandora's Kiss zeigt, wie schnell Bösartigkeit und Selbstüberschätzung in den Wahnsinn treiben kann. Hier ist noch stärker als in Zerberon der mythologische Zusammenhang gegeben; die mythologische Pandora ist hier vermischt mit der Vorstellung der Verkörperung von Grausamkeit und Wahnsinn.
  • Ancient Whispers stellt den Schluss des Albums dar und ist ein sehr ruhiger Song mit einem sanften Ausklang. Song rundet das Album ab, indem er an Zerberon anknüpft, den ewigen Kreislauf des Lebens darstellt (wenn auch wesentlich positiver), die kurze Lebensspanne derMenschen im Vergleich zur Natur betont.

[Legacy] Woher kam/kommt das Interesse an den lyrischen Themen eurer neuen Lieder?

[Hydra] Den Ausgangspunkt für einen Song stellt für uns immer erst einmal die Musik dar. Dort entsteht auch  der Song-Titel und häufig die Idee für eine mögliche Handlung   Chim hat es hervorragend verstanden, diese Geschichten mit seinen eigenen Ideen und Vorstellungen zu verknüpfen und ihnen eine wunderschöne lyrische Form zu verleihen. Auf diese Weise wurde dieses Werk vollständig abgerundet. Die eingehende Beschäftigung mit der Mythologie und mit Lyrik, aber auch mit psychologischen Themen ist dabei unerlässlich. Chim hat sich als Student der englischen Literaturwissenschaft schon seit ewigen Zeiten mit diesen Themen beschäftigt, sie erforscht und studiert. Da wir lyrische Themen und Songtexte in der Regel einfach spannender und interessanter, aber auch in diesem Zusammenhang angemessener finden, als stumpfe Textorgien von Gewalt und Blut,  ist ein Studium von verschiedenen literarischen Gattungen,  neben den oben genannten Themen besonders für Chim immer ein Selbstverständlichkeit gewesen. Außerdem sind die Möglichkeiten hierbei besonders vielfältig, besonders was die Mehrdeutigkeit anbetrifft.

[Legacy] Wie tiefgehend habt ihr euch mit den zugrunde liegenden Thematiken für die neuen Texte beschäftigt?

[Hydra] Wenn man Musik, Kunst und Lyrik als einen Spiegel der Seele bezeichnen möchte, dann können wir sagen, dass die Auseinandersetzung mit den Themen, die wir musikalisch und lyrisch beschreiben, nicht nur  eingehenden Recherchen und persönlichem Interesse in den verschiedenen Gebieten unterliegen, sondern eigentlich eine lebenslange persönliche Auseinandersetzung beinhalten.
Chim: “ Beschäftigt habe ich mich aber selbstverständlich mit jedem Thema ausführlich, sei es durch Lektüre über Mythologie, durch Lesen von Songtexten oder durch schlichtes Auseinandersetzen mit den Ideen, die ich im Kopf hatte.“


[Legacy] Nun zum Thema "Kunst" - welche künstlerischen Aspekte sind euch in eurer Musik im Jahre 2006 am wichtigsten?

[Hydra] Ich beschäftige mich wieder mehr mit meinem alten „Steckenpferd“, der zeitgenössischen klassischen Musik. Neben Arvo Pärt sind  die Vertreter der Minimal Music wie Steve Reich und Philip Glass für mich von Interesse. Eine Beschäftigung mit den russischen Klassikern wie Mussorgsky, Prokoffjev und Tschaikowsky wie auch die Auseinandersetzung mit folkloristischen Elementen anderer Kulturen und Epochen wird aber in  diesem Jahr den Schwerpunkt ausmachen. Im Bereich der Kunst suchen wir nach Inspirationen für unser nächstes Booklet. Da die Bilder der großen Maler und Fotografen schlichtweg unbezahlbar sind, warten wir noch auf eine Eingebung. Vielleicht bringt dies ja die nächste Ausstellung „Zum Sterben schön !“ im Kölner Museum Schnütgen mit sich.

[Legacy] Wie beziehungsweise in welche Richtung haben sich eure musikalischen Ziele beziehungsweise Interessen seit der damaligen Gründung der Gruppe entwickelt?

[Hydra] Wir sind in unserem Stil sicherer geworden. Die Frage, die wir uns anfangs häufig gestellt haben: „Darf man das im Blackmetal  überhaupt so machen ?“  tritt immer seltener auf. Wir beziehen uns heute mehr darauf, das zu spielen, was uns ein Bedürfnis ist, auszudrücken und was uns schlichtweg einfach gefällt. Wir haben ebenfalls die Faszination des Midtempos für uns entdeckt, weil in unseren Augen (und Ohren) das Böse selten durch die Reihen tobt, sondern schreitet. So bringen wir auch  mehr helle und strahlende Elemente in die Musik mit ein, weil wir finden, dass schwarz auf weiß am Besten aussieht. Momentan arbeiten wir  daran, die Gitarrenlinien noch härter und komplexer zu gestalten.
Aus diesem Grunde haben wir uns vor einem halben Jahr entschlossen,  Sturm als zweiten Gitarristen mit ins Team zu nehmen. An der ursprünglichen Besetzung hat sich  seit der Gründung sonst nichts geändert: Scathar an der Gitarre, Fugger an den Drums, Orpheus am Bass und meine Wenigkeit an den Keys. Als Sänger ist Benny hinzugekommen.


[Legacy] Seit nicht geringer Zeit gibt es ja auf dem Musikmarkt eine schier erdrückende Schwemme an Black Metal-Veröffentlichungen. Das meiste ist unterdurchschnittlich; welche der "Guten" sind deine Favoriten?

[Hydra] Oh, darauf könnte ich höchstens antworten, was mich in letzter Zeit sehr angesprochen hat: Das sind Fjoergyn, Bishop of Hexen und Morgart. 

[Legacy] Wie geht es bei euch weiter - wie hoch habt ihr eure Ziele gesteckt?

[Hydra] Das Wichtigste  ist für uns erstmal, dass wir so ernsthaft und harmonisch weiterhin zusammenarbeiten, wie bisher. Wenn alles so weiterläuft, werden wir wohl im nächsten Jahr wieder ins Studio gehen. Bis dahin haben wir hoffentlich einen Weg gefunden, unsere immensen Unkosten zumindest halbwegs zu reduzieren. Außerdem wird es auch Zeit, sich im nächsten Jahr mal bei den einschlägigen Labels mit unserer Musik vorzustellen. Wie die meisten Bands haben wir natürlich auch unsere kleineren und größeren Träume, die letztendlich auch unsere zukünftigen Schritte beeinflussen werden…

 


Last Updated on Sunday, 13 November 2011 11:31
 
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