Live

03.02.2018

Location: District 6 - Düsseldorf
Bands: Atrium Noctis, Soulslasher, MadneS
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> Tour- und Konzertdaten <

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Medienentwicklung Christoph Abels


 Magazin: Metalmessage

ATRIUM NOCTIS

„Home“ 

(Naturmacht) 9/10 

Von Grund auf ehrlich gemeinten und gemachten Symphonic Black Metal mit einer regelrecht immensen Ausschüttung von wohltuend griffigen Dunkelmelodien beinhaltet dieses Album der Kölner Band. Seit Jahren sind sie unter der ambitionierten Leitung von Tastenhexe, Komponistin und Herzblutfrau Hydra Gorgonia am Werk, und mittels „Home“ beweist die aktuell in Sextettformation aufspielende Horde eine gewaltige Steigerung zu ihren zuvor veröffentlichten Tonträgern. Majestätisch anmutende Lieder sind hier zu hören, die vor lauter Hingabe und Inbrunst der Macher teils gar düsterfeierlich erstrahlen. Diesmal haben die Beteiligten sich richtig reingehängt, und, wie es scheint, ihre eigene musikalische Linie definitiv gefunden. Der Albumtitel „Home“ ergibt für mich daher auch den Sinn, dass die Gruppe nun bei sich selbst angekommen ist, künstlerisch also nachhause gekommen ist. Was das herrlich genretypische Songmaterial auf emotionalem Sektor wirklich enorm aufwertet, ist das bewegend nachtromantisch erperlende Keyboardspiel von Überzeugungstäterin Gorgonia – passt einfach perfekt zu den packenden Saitenausbrüchen des enorm fingerfertigen Gitarrenkönners Scather. Letzterer ist zudem verdammt gut auf sich selbst eingespielt, wenn es darum geht, rhythmisch zu zünden – bravourös zu hören beispielsweise im dritten Track „Night Before“. Überhaupt, der Kölner Sechser liebt es deutlich hörbar, entschlossen eingesetzte Klassik-Einflüsse mit heftigem Bombast zu großer Klangpracht empor steigen zu lassen – und das schließt des Öfteren auftauchendes mittelalterliches Ambiente nicht aus. Zum Glück für sämtliche Atmosphären auf „Home“, denn man kann die Platte vielmals hintereinander am Stück hören, ohne dass sich Einbußen in Sachen Stimmungsspannung einstellen – ganz im Gegenteil sogar, der Silberling offenbart mehr und mehr reizvolle Facetten, je öfter man sich ihm hingibt.


Was die ergreifend opulent ausgestalteten Arrangements an sich angeht, da macht dem standhaften Symphonic Black Metal-Kommando aus deutschen Landen wohl niemand so schnell was vor. Apropos, während sich also so viele andere Truppen aus diesem Spektrum leider immer mehr primär danach richten, was ihre (durch die ansteigende Zahl an Metier-Bands tendenziell offenbar immer mehr überforderten) Anhänger hören wollen und sich in qualitativ defizitäre beziehungsweise trendige Spektren verirren, hören Atrium Noctis viel lieber auf ihre inneren kreativen Eingebungen. Und wer nun eventuell meint, es hier mit ausschließlich verträumten Musikanten zu tun zu haben, den belehren die vielen hochaggressiven und zuweilen mitreißend rasant inszenierten Taktexplosionen eines Besseren. Schlagzeuger Fugger haut immer wieder voll rein, und dabei klingt sein dynamisches Drumming stets ergötzlich organisch, also alles andere als steril – was aber auch an der verdammt guten Produktion des beinahe beängstigend gehaltvollen Langspielers liegt. In diesem Sinne muss auch die trainierte Leistung von Vokalist Damian unbedingt erwähnt werden, der von abgrundtiefen Growls über aufwühlende Grimmigkeits-Klagegesänge bis hin zu bitterbösem Diskant eigentlich alles gut draufhat. Ein echt leidenschaftlich vorgehender Schwerarbeiter, der erfreulicher Weise weder sich noch die Hörer schont! 

Alles in allem ist „Home“ dermaßen komplex, detailverliebt und vielfältig, dass das Gesamtwerk mitsamt seinen zwölf Tracks (inkl. Bonus-Clip „Spuren eines Wolfes“) beileibe nicht auf die Schnelle zu erfassen ist – doch wer sich wirklich für eine Veröffentlichung wie diese interessiert und sich damit eingehend beschäftigt, dem winkt riesiger Hörgenuss. Also, ich könnte mich hier ja nur zu gerne noch seitenweise austoben, so viel Interessantes, Spannendes, Überraschendes und Hörenswertes gibt es hier zu entdecken – tut euch was Gutes, holt euch die Scheibe und genießt sie einfach selbst so ausschweifend wie ich!

© Markus Eck

(25.10.2010)

 

 

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